
Berufsrisiko Gefäßerkrankung?
Langes Sitzen oder Stehen lässt die Gefäße leiden
Bewegungsmangel, auch berufsbedingt, wirkt sich ungünstig auf die Fitness aus und zieht auch die Blutgefäße in Mitleidenschaft. Venenleiden und Arterienerkrankungen wie Arteriosklerose und PAVK sind die Folge.
Bewegungsmangel schadet nicht nur der Fitness und lässt die Gelenke einrosten, auch die Blutgefäße können auf Dauer leiden. Betroffen sind sowohl die Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper befördern, als auch die Venen, durch die das Blut von den Organen zurück zum Herzen fließt. So haben vor allem Personen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit viel sitzen und/oder stehen müssen, ein hohes Risiko eine Gefäßerkrankung zu bekommen. Zu diesen Berufsgruppen zählen z.B. Büroangestellte, Fernfahrer oder auch Kellner. Kommen weitere Faktoren wie ungesundes fettreiches Essen oder Rauchen hinzu, steigt das Risiko für bestimmte Gefäßerkrankungen besonders stark an.
Müde und geschwollene Beine: Stau in den Venen
Schwere, müde und geschwollene Beine, besonders am Abend, Juckreiz und bläuliche Äderchen an den Unterschenkeln und Fußinnenseiten ? das kennen viele. Venenleiden gehören zu den häufigsten Ursachen dieser Beschwerden. Sie betreffen keineswegs nur ältere Menschen, oft treten die ersten Anzeichen schon in der Jugend auf.
Als häufigste Ursache für Venenleiden gilt eine Schwäche des Bindegewebes. Dadurch bedingt kommt es zu einem Blutstau in den Venen. Bewegungsmangel, insbesondere langes Stehen oder Sitzen mit herunterhängenden Beinen, begünstigt diese Entwicklung zusätzlich. Im Laufe der Zeit können sich Krampfadern bilden, in fortgeschrittenen Fällen sind auch anhaltende Venenentzündungen, die Bildung von Blutgerinnseln (Venenthrombose) und Hautveränderungen, z.B. Geschwüre, möglich.
Jede Form körperlicher Bewegung fördert dagegen den Blutfluss in den Venen und beugt der Entstehung von Venenleiden vor. Durch die Betätigung der Beinmuskeln wird das Blut aktiv durch die Venen gepumpt ("Muskelpumpe") und kann in Richtung des Herzens abfließen.
Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose
Auch für die Arterien ist Bewegungsmangel ungünstig. Vor allem im Zusammenhang mit ungesunder, fettreicher Ernährung, Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum fördert er die Entstehung von Arterienverkalkung, der so genannten Arteriosklerose. Dabei lagern sich Fette und Kalk in der Arterienwand ab. Entzündungsreaktionen, die die Gefäßwände schädigen, sind die Folge. Gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, aber auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK, "Schaufensterkrankheit", "Raucherbein") oder eine Aussackung der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma) können entstehen.
Viel Bewegung kann Gefäßerkrankungen verhindern
Fernfahrer, Büroangestellte oder Kellner sind dieser Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert. Durch körperliche Betätigung können sie der Entstehung von Venen- oder Arterienerkrankungen vorbeugen, z.B. durch Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren und Joggen, aber auch tägliche lange Spaziergänge. Gleichzeitig sollten - nicht nur - gefährdete Personen auch im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit jede Möglichkeit, sich zu bewegen, nutzen, wie zum Kollegen gehen statt zu telefonieren, den Drucker so aufzustellen, dass man aufstehen muss, oder die Treppen statt des Fahrstuhls zu nehmen.
Zudem gilt es, vermeidbare Risikofaktoren wie das Rauchen oder eine ungesunde fettreiche Ernährung aufzugeben. Erste Anzeichen von Gefäßerkrankungen wie Venenleiden oder einer PAVK sollten ernst genommen und einem Arzt vorgestellt werden. Regelmäßige Gesundheitschecks sind in diesem Zusammenhang sinnvoll.










