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Diabetes und seine Folgen

Gute Einstellung des Blutzuckers ist A und O

Viele Diabetiker fühlen sich völlig gesund, wenn nur die lästigen Blutzucker-Messungen und Insulinspritzen nicht wären. Doch die Therapie ist nötig. Unzureichend behandelt kann ein Diabetes gefährliche Folge haben.

Regelmäßiges Messen des Blutzuckers und die Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten bzw. das Spritzen von Insulin gehören zum Alltag von Diabetikern und sind lebensnotwendig. Die Betroffenen wissen: Wenn der Blutzucker zu sehr steigt, fühlen sie sich nicht wohl. Sie sind müde und abgeschlagen, haben viel Durst und müssen häufig zum Wasserlassen auf die Toilette. Fällt der Blutzucker zu stark ab, kommt es zu Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder gar Bewusstseinsverlust. Oft führt ein schlecht eingestellter Blutzucker allerdings nicht zu den genannten Symptomen, die Betroffenen bemerken zunächst nichts.

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Doch gerade das ist gefährlich. Schwerwiegende Spätfolgen drohen. Ursache hierfür sind diabetesbedingte Veränderungen an den Blutgefäßen und Nerven, die überall im Körper auftreten können. "Der Diabetes muss von Anfang an als eine Gefäßerkrankung mit allen dazu gehörigen Komplikationen betrachtet werden", fordert daher Prof. Dr. Curt Diehm, Chefarzt der Inneren Medizin am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg.

Gefäße können Schaden nehmen

Im Rahmen von diabetesbedingten Gefäßschädigungen kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt, peripherer arterieller Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit") und/oder Schlaganfall kommen. Auch ein immer weiter zunehmender Funktionsverlust der Nieren bis hin zum dauerhaften (chronischen) Nierenversagen ist möglich, in dessen Folge eine regelmäßige künstliche Blutwäsche, die Dialyse, erforderlich wird. Daneben können Durchblutungsstörungen der Netzhaut auftreten, die Sehstörungen bis hin zur Erblindung nach sich ziehen. In Europa zählen diabetesbedingte Netzhautschädigungen zu den häufigsten Erblindungsursachen bei Erwachsenen zwischen dem 20. und 65. Lebensjahr.

Auch die Nerven sind betroffen

Nicht nur die Gefäße, sondern auch die Nerven können durch den Diabetes in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Folge sind Störungen der Empfindungswahrnehmung, z.B. von Schmerzen oder der Temperatur, besonders in den Füßen und Beinen. Die Betroffenen haben z.B. das Gefühl, ständig unter kalten Füßen zu leiden.

Was hat es mit dem "Diabetischen Fuß" auf sich?

Eine jahrelange diabetesbedingte schlechte Durchblutung der Füße führt dazu, dass selbst kleinere offene Wunden an den Füßen nur schlecht abheilen und sich leicht mit gefährlichen Krankheitserregern infizieren. Oftmals werden die anfangs minimalen Verletzungen von Diabetikern aufgrund bestehender Gefühlstörungen auch gar nicht bemerkt. Schnell entsteht dann aus einer ursprünglich kleinen Wunde ein Geschwür, das weit in die Tiefe reicht und nicht mehr heilen kann. Im schlimmsten Fall werden Amputationen mitunter sogar des ganzen Fußes nötig. Daher gehören auch die regelmäßige Fußkontrolle und -pflege zu den wichtigen Maßnahmen bei bestehender Diabeteserkrankung. Am besten begibt man sich hierfür in die Hände eines erfahrenen medizinischen Fußpflegers.

Eine gute Blutzuckereinstellung ist die beste Prophylaxe

Die Experten sind sich einig: Eine gute medikamentöse Einstellung des Blutzuckers ist neben einer gesunden Lebensführung mit ausgewogener Ernährung und viel körperlicher Bewegung die beste Maßnahme, um all den genannten Folgekrankheiten des Diabetes vorzubeugen.

Als Indikator für einen dauerhaft gut eingestellten Blutzucker dient der Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Dieser liegt bei Gesunden bei 6% und ist bei schlecht eingestellten Diabetikern mit 8% oder Werten darüber deutlich erhöht. Bislang gingen die Mediziner davon aus, dass eine Senkung des Langzeitblutzuckerwertes unter 7% bei Diabetes das Risiko für Spätschäden deutlich senken würde. Neuere Untersuchungen bestätigen allerdings nicht, dass ein "normaler" Langzeitblutzuckerwert allein entscheidend ist, sodass hier weiterer Forschungsbedarf besteht.

Aufgeklärte Diabetiker können Risiken besser vorbeugen

Trotzdem ist ein Normalwert beim Langzeitblutzuckerwert wichtig. Die bundesweite Aufklärungsaktion "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7", die 2008 bereits in ihr viertes Jahr geht, will dafür sorgen, dass die Bevölkerung besser über die Blutzuckerkrankheit und ihre möglichen Folgen aufgeklärt ist. "Jeder sollte seine Risikofaktoren für Diabetes kennen. Bereits Erkrankte müssen informiert werden, um selbst mit auf die richtige Einstellung zu achten", sagte Alexandra Mühe von der Deutschen BKK Wolfsburg auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Aktion.


Quelle: Nach Informationen von Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft e.V., Pressemitteilungen von sanofi-aventis vom 18. April und 24. April 2008 sowie Deutsches Ärzteblatt (2008, 105 (25): A1374-1375)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jul 25, 2008


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