
Vorhofflimmern
Lebensqualität bewahren
Vorhofflimmern kann den Alltag der Betroffenen enorm beeinträchtigen und das Risiko für Schlaganfall oder Herzmuskelschwäche erhöhen. Eine effektive Therapie kann hier jedoch positiv eingreifen.
Vorhofflimmern ist eine tückische Erkrankung. Während die einen, insbesondere ältere Patienten, oft nichts von ihrer Krankheit spüren, leiden die anderen unter wiederkehrenden starken Beschwerden wie Herzklopfen, Herzrasen, Brustschmerzen, Atemnot, Angstgefühlen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Müdigkeit oder Benommenheit. Alltägliche Verrichtungen werden für diese Patienten nicht selten zu einer großen Belastung.
Erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzmuskelschwäche
Vorhofflimmern tritt oft zusammen mit anderen Herzerkrankungen auf, die gleichzeitig Ursache und Folge des Vorhofflimmerns sein können. So kann Vorhofflimmern eine bestehende Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) - mit der Folge der geringeren Belastbarkeit - verstärken, die ihrerseits wiederum Vorhofflimmern fördert.
Auch das Risiko für einen Schlaganfall erhöht sich. Die Schäden, die ein Schlaganfall hinterlassen kann, sind gravierend. Ihr Ausmaß hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. von der betroffenen Hirnregion oder der Größe des betroffenen Areals. Häufigste Folgen sind Lähmungen auf einer Körperseite, Gehstörungen, Empfindungsstörungen, Koordinationsschwierigkeiten, Sprech- und Sprachstörungen, Sehstörungen, Störungen des Schluckvermögens sowie Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit (z.B. gestörtes Erinnern, gestörtes Konzentrationsvermögen).
Oft leidet die Lebensqualität
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich viele Patienten mit Vorhofflimmern in ihrem Befinden und ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen. Vor allem Herzstolpern und Herzrasen verursachen Angstgefühle bei den Betroffenen und das Empfinden einer gesundheitlichen Bedrohung. Hinzu kommen Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit, die den Betroffenen den Eindruck vermitteln, schwer herzkrank zu sein. Dadurch entsteht große seelische Anspannung, die das Vorhofflimmern noch verschlechtern kann. In der Folge entwickeln zahlreiche Erkrankte ein Vermeidungsverhalten und versuchen, körperlichen Anstrengungen aus dem Weg zu gehen. Dadurch verzichten sie auf viele Aktivitäten und ziehen sich mehr und mehr sozial zurück.
Eine Therapie verbessert auch die Lebensqualität
Eine Therapie bessert nicht nur die bei Vorhofflimmern auftretenden Beschwerden und senkt die Risiken für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Sie kann auch den fatalen Regelkreis aus Anspannung, Verstärkung der Beschwerden, Angst und Vermeidungsverhalten unterbrechen und nachweislich die Lebensqualität der Patienten verbessern. Dabei scheint es Untersuchungen zufolge keine Rolle zu spielen, welche der bei Vorhofflimmern möglichen Therapiestrategien (Frequenzkontrolle, Rhythmuskontrolle) angewendet wird - Hauptsache, die Behandlung wirkt und bessert die Symptome.
Experten schließen daraus, dass es den einen einzigen und besten Behandlungsweg bei Vorhofflimmern derzeit nicht gibt. Stattdessen sollte die Behandlung individuell den jeweiligen Gegebenheiten (Beschwerden, Alter des Patienten, allgemeiner Gesundheitszustand) angepasst werden.










