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Leben mit PAVK

Diagnose periphere arterielle Verschlusskrankheit: Was nun?

Die Diagnose periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) kommt für viele Betroffene überraschend. Ein gesunder Lebensstil und Medikamente können das Risiko für gefährliche Folgeerkrankungen senken.

Die Diagnose PAVK ("Schaufensterkrankheit", "Raucherbein") kommt für die Betroffenen oftmals überraschend. Nur etwa ein Fünftel von ihnen hatte zuvor Symptome, meist Schmerzen beim Gehen in den Waden, den Oberschenkeln oder dem Gesäß. Die Mehrzahl der Patienten hingegen war beschwerdefrei oder schob die Beschwerden auf das Älterwerden. Nun müssen sie sich unerwartet mit einer mitunter folgenschweren Krankheit auseinandersetzen. Doch sie können etwas dagegen tun.

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Die Krankheit betrifft nicht nur die Beine

An sich ist die PAVK eine Erkrankung der Gliedmaßen, in erster Linie der Beine: Der Blutstrom in den versorgenden Arterien wird durch Einengungen der Gefäße behindert. Dadurch kommt es nach einer gewissen Zeit zu den genannten Symptomen.

Auf Dauer ist bei den Betroffenen jedoch nicht nur das Gehen eingeschränkt. Die Ursache für die Gefäßeinengung ist eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose). Dabei lagern sich an den Gefäßwänden Fett und Blutzellen in sogenannten Plaques ab. Dieser Schädigungsprozess betrifft in der Regel nicht nur die Beinarterien. Auch Arterien anderer Organe, speziell des Herzens und des Gehirns sind betroffen. Die Folge sind lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Darüber hinaus droht mit zunehmendem Fortschreiten der Krankheit ein akuter Verschluss einer Beinarterie, bei dem im schlimmsten Fall das Bein amputiert werden muss.

Die gute Nachricht: Kein Patient ist einer PAVK hilflos ausgeliefert!

Durch eine gesunde Lebensweise und die Einnahme von Medikamenten lässt sich der Krankheitsprozess aufhalten. Außerdem bessern sich bestehende Beschwerden, die Betroffenen gewinnen ihre Bewegungsfreiheit und damit ein hohes Maß an Lebensqualität zurück.

Der beste Schutz: Das Rauchen aufgeben

Eine der Hauptursachen für PAVK ist das Rauchen - die beste Vorbeugung logischerweise der Verzicht auf den Nikotingenuss. Das Rauchen aufzugeben, ist oft sehr schwer. Nur wenigen gelingt es gleich im ersten Anlauf. Geben Sie trotzdem nicht auf und suchen Sie sich im Zweifelsfall Unterstützung bei Ihrem Hausarzt oder Selbsthilfegruppen.

Den Blutdruck normalisieren

Ein hoher Blutdruck schädigt die Arterien auf Dauer und kann zu Arteriosklerose führen. Daher ist es wichtig, den Blutdruck zu senken. Dazu kann jeder Betroffene selber beitragen, z.B. durch viel Bewegung und eine ausgewogene, fettarme Ernährung. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, müssen blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden.

Blutzucker und Blutfette in Schach halten

Weitere Risikofaktoren für Arterienverkalkung und damit PAVK sind der Diabetes mellitus und hohe Blutfettwerte. Diabetiker sollten deshalb darauf achten, dass ihr Blutzucker gut eingestellt ist. Eine Senkung der Blutfette gelingt durch fettarme Ernährung und entsprechende Medikamente.

Das Gehen trainieren

Viel Bewegung hilft, die Gefäße zu schützen, steigert die Leistungsfähigkeit und senkt das Körpergewicht - drei gute Gründe körperlich aktiv zu werden. Patienten mit PAVK können zudem ein Gehtraining absolvieren, das speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Dieses Training findet mehrmals pro Woche z.B. in einer Tagesklinik, Arztpraxis oder beim Physiotherapeuten statt. Kleine Patientengruppen trainieren hier unter Betreuung durch Krankengymnasten und/oder Ärzte. Auch selbstständiges Gehtraining auf dem Hometrainer oder an der frischen Luft ist möglich. Die Empfehlung lautet, drei- bis fünfmal pro Woche entweder dreimal 20 Minuten oder zweimal 30 Minuten rasch zu gehen, bis die ersten Schmerzen in der Wade einsetzen. Dann sollte das Gehen für etwa fünf Minuten unterbrochen und nach Abklingen der Beschwerden wieder aufgenommen werden.

Dem Verschluss der Gefäße entgegenwirken

Bestimmte Medikamente können helfen, die Bildung von Blutpfropfen (Thromben) und Gefäßverschlüssen in den betroffenen Arterien zu verhindern - z.B. die sogenannten Thrombozytenfunktionshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel und Ticlopidin. Die Behandlung mit diesen Medikamenten muss in der Regel für längere Zeit, oft sogar lebenslang durchgeführt werden.

Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten fällt nicht jedem leicht - der Nutzen, den Erkrankte daraus ziehen, ist jedoch groß. Lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und ein Gefäßverschluss im Bein können dadurch in vielen Fällen verhindert werden. Die Empfehlung an PAVK-Patienten lautet deshalb: Behalten Sie, auch wenn Sie sich bislang kaum oder gar nicht beeinträchtigt fühlen, im Blick, dass Ihre Krankheit mehr als nur die Beingefäße in Mitleidenschaft zieht und ohne Therapie lebensbedrohliche Folgen haben kann.


Quelle: Nach Informationen von Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zur PAVK (3. Auflage, 2004); L. Norgren et al.: Inter-Society Consensus for the Management of Peripheral Arterial Disease (TASC II). Eur J Vasc Endovasc Surg 33, S1eS75 (2007)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Dec 3, 2009


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